11 Ensemble Kronengasse

Die giebelständig angeordneten Häuser der Kronengasse wurden grösstenteils nach 1825 neu erbaut. Denn am 18. März 1825 war im Haus Nr. 77 ein Brand ausgebrochen, der auch ein Grossteil der umliegenden Bauten zerstörte. Wie der von Josef Walker gezeichnete Dorfplan von 1821/22 verrät, besassen die Häuser dieses Dorfteils damals beinahe alle noch ein Strohdach, was die Ausdehnung des Brandes begünstigt hatte. Das einzige mit Ziegeln eingedeckte Haus, die Liegenschaft des ehemaligen «Löwen», blieb jedenfalls praktisch unbeschädigt. Am Südende der Kronengasse gelegen, markiert dieses mächtige dreistöckige Gebäude augenfällig den Beginn des Gassenzuges. Die heutige Erscheinung der ehemaligen Wirtschaft «Zum Löwen» geht auf einen Neubau im Jahre 1875 zurück, der anstelle eines ins 18. Jahrhundert zurückreichenden Vorgängerbaus errichtet wurde.

Gasthäuser und Gewerbe
Die Bebauung der Kronengasse wird von einst mehrheitlich gewerblich genutzten Bauten charakterisiert, deren Bauformen ländlich geprägt sind. Die heute noch existierende Metzgerei an der Kronengasse 3 geht wohl auf das Jahr 1905 zurück, als Metzgermeister Franz Hofer das nach dem Brand von 1825 neu errichtete Haus käuflich erwarb. Ein Doppelwappen über dem Türsturz mit der Datierung 1764 wurde im Jahr 2000 zwar neu aufgemalt, weist vermutlich aber auf die Entstehungszeit und die Erbauer eines älteren Vorgängerbaus hin.

Das Haus Kronengasse 11 geht in seinem Kern auf einen Wohnstock zurück, der mehreren Besitzern gleichzeitig gehörte. Von 1877 bis 1906 bestand hier eine Käsereigenossenschaft. Nach deren Umzug in einen 1906 realisierten Neubau am heutigen Spielhofweg, wurde das Haus an der Kronengasse verkauft und darin eine Schmiede eingerichtet. Diese war bis in die 1970er Jahre in Betrieb und wurde anschliessend zu dem noch heute bestehenden Wohnhaus umgebaut.

Das auffälligste Haus dieses Dorfteils ist sicherlich das Restaurant zur Krone, das der Gasse ihren heutigen Namen verlieh. Es wurde 1892 durch Julius Walter an der Stelle eines kurz zuvor abgebrannten Hauses neu errichtet. Auf diesen wohl aus dem 18. Jahrhundert stammenden Vorgängerbau war seit 1870 ein Pintenschenkrecht ausgestellt. Mit den filigranen, profilierten Stützbügen des Dachgebälks, den Fassaden mit hohen Fenstern und variierten Einfassungen sowie den Eckquadern ist das Restaurant Krone ein typischer Bau an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. In ihrer Formensprache vergleichbare Häuser entstanden gleichzeitig im neuen Bahnhofquartier am Südende des Dorfes.